24
Sep-2014

(15) Bali „Der Osten“ – Teil 2

„Candidasa“ und „Pura Besakih“

(…und eine Sache des Glaubens…)

Nachtrag…

Candidasa

Amed war dann doch ein sehr ruhiger Ort… für meinen Geschmack ein bisschen zu ruhig um diese Zeit, sodass ich mich auf den Weg nach dem nahe gelegenen Candidasa mache.

Candidasa ist ebenfalls ein chilliger Badeort, um ein paar Tage abzuhängen und/oder auch ein paar Ausflüge in die nähere Umgebung zu machen. Auch hier gibt es eigentlich wieder nur eine Mainstreet, in der sich diverse Unterkünfte und Restaurants mit Bar und zig „Laundry-Services“ (Wäsche wassen lassen für 1,20 €/Kg) aneinanderreihen. Oftmals findet man hier abends (wie fast überall in Indonesien) mittelprächtige bis sehr gute Live-Musik, die einem gute Laune macht…. besonders weil man als Musiker stehts gerne willkommen ist… „come on brother, let´s jam together!

Gerne hätte ich an dieser Stelle ein paar Musikclips upgeloadet aber leider habe ich bis jetzt noch keinen Ort in Bali gefunden, der mir einen Videoupload mit halbwegs akzeptabler Upload-Geschwindigkeit ermöglicht hat. Du lädst also ein Video mit 150 MB ins Web hoch oder versuchst es zumindest…. und nach 5 Stunden bricht das Ganze dann bei 17% ab – das ergibt dann nach einer komplizierten „Adam-Riese„-Rechnung incl. Wurzelziehung, Stochastik-Elementen und 10er-Potenzen, unterm Strich einen Spaßfaktor von 0% :mrgreen:
Ich hoffe dennoch irgendwann, irgendwo einen guten Upload-Spot zu finden, denn „I have some good stuff for you!

Aber es gibt einen Billardschuppen auf der Mainstreet, den ich natürlich gleich mal aufgesucht habe. „Ein bisschen Billard am Abend, ist immer ganz unterhaltsam, erquickend und labendgrin Du triffst wirklich die „Locals“ unterhältst dich mit ihnen, sofern sie des Englischen einigermaßen mächtig sind oder gibst ihnen einfach nur eine kleine Kostprobe des „European-Billards“ for free smile

Die Kugeln sind allesamt viel kleiner als bei uns, was das Versenken der Kugeln leicht schwieriger macht. Zudem gibt es (ähnlich wie im Straßenverkehr) manchmal keine Regeln und man spielt einfach nur „just vor fun“ Der Gewinner ist eigentlich gar nicht wichtig. Manchmal jedoch stößt man auch auf gute Spieler, die dann zu 3. zu 4. oder 5. eine spaßige „Billard-Karten-Variante“ spielen.

Bali350a-Candidasa

Zuerst wird ein Haufen Spielkarten verdeckt auf dem Billardtisch verteilt und fleißig durchgemischt. Dann ziehst du 7 Karten, schaust sie dir für dich an und schießt die Kugeln dann in beliebiger Reihenfolge nach deinen Karten in die Löcher. Wer als Erster keine Karten mehr auf der Hand hat, hat gewonnen. Das zocken sie hier auch, meist um 10.000 IDR (~ 7,- EUR) – wenn ich also mal abgebrannt sein sollte, weiß ich eine gute Einnahmequelle wink

Natürlich hab ich mit Ihnen noch nicht gezockt – hätte dann wohl irgendwie ein schlechtes Gewissen – aber mit meinem unverschämten Billardglück… wink konnte mich bis jetzt noch kein „Local“ ernsthaft herausfordern. Sie fragen mich dann immer, ob ich auch Trainerstunden und Autogramme gebe, meine Bankverbindung, something else…. Scherz! =))

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In Candidasa lies ich mich dann mal für 4 Tage in dem wunderschönen Hotel „Lotus Bungalows“ für 40,- €/Tag incl. Breakfast nieder, über welches ich schon kurz in meinem Blog Wieder online berichtet habe.

Bali341-Candidasa

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Pura Besakih – Ein Tagesausflug

Pura Besakih liegt also, wie ihr auf der Karte schon sehen könnt, etwas im Landesinneren und ist bekannt für einen der wichtigsten und auch größten Tempel Balis. Nachdem ich aber jetzt nicht unbedingt der „Templer“ bin und es auf Bali sowieso tausende davon gibt, die du dir eh nicht alle merken kannst, machte ich dieses Mal eine Ausnahme und flitzte in knappen 90 Minuten von Candidasa aus gemütlich hin – let´s have a look!

Ca. 500 Meter vor dem Tempel (mit dem Vulkan Mount Agung im Hintergrund) hielt man mich erst mal an :shock: …und gab mir zu verstehen, ich sollte doch ein Ticket für 3,50 € kaufen. Hä?!? Für was ich da genau bezahlt habe? Keine Ahnung! Eintritt? Tempel? …Maut? …Schutzgeld? :roll: Oder auch für nur mein Glück, weil heute nämlich ganz zufällig „Ceremony“ war… cool oder? cool …und das schon den ganzen Tag!

Als ob ich es nicht schon geahnt hätte, war’s  mal wieder nichts anderes als ne Touri-Abzocke und dieses Mal von der anderen Art, so aufdringlich wie ich es bis jetzt nie zu vor und auch nicht mehr danach erlebt habe. Übrigens, die Locals bezahlen für die Tempelbesichtigung oder auch für die 500 Meter Weg dorthin, natürlich nichts – eh klar oder!

Bali349-Beakih

Viel unangenehmer war jedoch die Tatsache, dass sie mir unbedingt und ganz penetrant für unverschämte 40,- € noch einen Guide aufschwatzen wollten. Den brauch ich natürlich unbedingt, weil ich mich gerne ne Stunde lang vollquatschen lasse, um es dann in ner Woche wieder alles vergessen zu haben. Mit mir nicht, Brother! wink

Es ist aber wahrlich kein leichtes Unterfangen, sich all den herumlungernden Typen rund um den Ticketschalter zu entziehen. Einer fuhr mir sogar mit dem Roller nach und frage noch mal, ob ich denn wirklich keinen Guide bräuchte? „cheep preis, only 20 Euro!“ My answer: „read it from my lips!: NO!“ …und fuhr weiter :mrgreen:

500 Meter später stellte ich den Scooter ab und schon scharte sich wieder eine Menschentraube um mich herum, um mir dieses Mal genauso penetrant einen Sarong (Wickelrock) anzudrehen!? „Yes, you must use this to go inside and please respekt our tradition!
Of course, of course!“ Hehe, ich griff in meinen Rucksack und zauberte wie „David Copperfield“ meinen in Sri Lanka erworbenen Sarong heraus, strahlte sie freundlich an und sagte: „Look! I have something!“ Tja Freunde, wieder Pech gehabt! – Bei uns im Schwobaländle dät ma jetzt saga: „A woisch, die kenne eim hier aber auch wirklich auf’n Zeiger gea!„….

Minuten später auf dem Tempelgelände stand dann gleich der Nächste. Der hatte nämlich eine tolle Guide-Geschichte auf Lager und versuchte mir weis zu machen, dass wenn ich in einen der Tempel hineingehen möchte, ich ausgerechnet ihn als Guide bräuchte. Denn nur Gläubige dürften ins Innere des Tempels, außerdem ist heute ja auch Ceremony… laber Rhabarber…

Bali358-Beakih
Jetzt darf man sich nicht vorstellen, dass das Tempelinnere hier etwas Besonderes ist, z.B. ein geschlossener Raum, der irgendwie prunkvoll verziert und geschmückt ist, so wie man es vielleicht aus anderen Ländern kennt oder in dem angeblich das rechte Schlüsselbein von „Buddha“ whatever aufbewahrt wird. Nein, es ist völlig unspektakulär, außer dass da vielleicht grad zufällig ein paar Menschen auf dem Boden sitzen und bei komisch-schwindeligen Gesängen „Ceremony“ machen.

Ich fragte also was er kostet. Er sagte: „nichts“ er wolle dafür nur eine kleine Spende – na dann smile Als ich ihm dann 2 Euro in die Hand drücken wollte, drehte er sich beleidigt um und ging – Frechheit!

Nachdem ich aber einfach zu neugierig war und unbedingt wissen wollte, was da oben wohl in dem Tempel vorgeht und was für eine einzigartige und außergewöhnliche Ceremony da heute stattfindet, bauchte ich einen Plan… :o

Bali352-Beakih

Zunächst ging ich in einen anderen Tempel, wo keine Touris waren… kam natürlich im Tempel sofort wieder einer her, lies die Story der Gläubigen los und fragte mich anschließend, ob ich denn hier beten wolle? Dann dürfte ich auch in den Tempel.

Natürlich will ich beten! Ja was denkt der denn??? Er zeigt mir einen Platz im Tempel und sagte: „here you can pray“ …und los ging´s! Ganz andächtig faltete ich die Hände, schloss die Augen und spürte dabei genau, wie er die ganze Zeit hinter mir stand. Was war das denn für ne Aktion?!? ;) Ich war leicht irritiert, überlegte kurz und dachte: „Spezi, jetzt schau ma mal, wer‘s länger von uns zwei aushalten kann!grin
Öhm… ok, ich geb´s zu, er hatte nach 10 Minuten gewonnen! …weil er mir jetzt nämlich das heilige Wasser über den Kopf schüttete und mir abschließend ein paar Reiskörner auf die Stirn klebte.

Ha! Das musste doch meine Eintrittskarte in den großen Tempel sein, dort wo die Ceremony stattfand. Doch als ich gehen wollte, nahm er mich an meinem Arm und führte mich erst mal zur Donationbox (Spendenkiste) Ich griff in die Tasche und holte 0,20 € raus worauf er mich fragte: „maby more?“ Als bettelarmer Touri gab ich ihm aber zu verstehen, dass ich mein ganzes Geld schon unten am Touri-Ticket-Abzockschalter gelassen hätte – „I´m soooo sorry, have no more money!“ Außerdem hab ich Dank ihm jetzt ein nasses T-Shirt! :shock:

In den großen Zeremonie-Tempel bin ich dann mit den Reiskörnern auf der Stirn pappend und sehr andächtig schauend natürlich problemlos reingekommen, und zwar von der anderen Seite der Tempels. Wie vermutet saßen da nur eine Handvoll Menschen am Boden, sangen (das auch noch total schräg) und beteten. Das Ganze war so spektakulär, dass ich nicht mal Foto von der „tollen“ Ceremony machte!

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Um abschließend noch kurz auf das Thema „Glauben“ einzugehen… so glaube ich, dass Pura Besakih aufgrund des beeindruckenden Tempels einen Besuch lohnt, jedoch sollte man sich von den vielen Nepper, Schlepper und Bauernfängern nicht aus der Ruhe bringen lassen – „don’t worry, be always happy!“ wink

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That´s all Folks!
LG Mik

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 likes / 3 Kommentare
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  • Wolfi sagt:
    Baby, es gibt Reis! Steht Dir gut, die Gebetshaltung :-))
  • Andi sagt:
    Wiedereinmal eine sehr geile Geschichte :) Unglaublich, dass die so hartnäckig die Touristen abzocken.
    Sag mal wie heiß ist es denn so tagsüber bei dir? Macht da das Tempelrumgelatsche überhaupt bock?

    Gruß

  • Mik sagt:
    Ja, ist schon richtig geil, was man hier alles so erlebt :-)
    Es gibt natürlich eine offizielle Begrüßgung die irgendwas mit „Selamat… blabla“ heißt aber man sagt eigentlch nur „Hello“ or „Hi Brother“ :-)

    Das Tempelrumgelatsche kann man sicherlich ein paar Mal machen aber wie schon geschrieben, sieht natürlich mit der Zeit ein Tempel wie der andere aus, was dann auch den Reiz verliert.

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