14
Okt-2014

(18) Next Stop „Komodo Island“

Indonesien   /   Schlagwörter:, , , , ,

Die Komodo-Inseln – Teil 1

(…und ein megageiler Bootstrip)

Nachtrag…

Die Zeit war also gekommen, um die Gilis vorerst wieder zu verlassen…
und zwar mittels einem 4-tägigen Bootstrip nach Komodo-Island, der einzige Ort auf der Welt, auf dem die prähistorischen und vor allem tödlich-giftigen Komodowarane (von den Einheimischen auch „Dragons“ genannt) leben. Vom Komodo-Nationalpark hatte ich schon mehrere Dokumentationen im Fernsehen gehört und gesehen und wollte immer schon mal dort hin. Doch wenn man die Entfernung und Reisedauer von Deutschland aus betrachtet und den dazugehörigen Preis, verging mir die Lust meist ziemlich schnell. Jetzt war ich tatsächlich nur einen Katzensprung von Komodo entfernt – das war also die Gelegenheit! ;)

Also mal fix von Gili Air aus für erschwingliche 114,- € das Boot-Ticket organisiert und los ging‘s. In meinem Gili-Blog hatte ich euch von Kathrin, der Schweizerin erzählt. Auch sie wollte schon immer mal nach Komodo, weshalb wir uns kurzer Hand zusammenschlossen und diesen Trip gemeinsam antraten.

Es gab unterschiedliche Boote, um nach Komodo zu fahren, Luxusboote, of course mit Privatkabine für mind. den dreifachen oder vierfachen Preis oder eben die Low-Budget-Variante, die wir bevorzugten. Man konnte mit entsprechendem Zuschlag aber auch 3 private Kabinen auf dem Boot buchen. Wir verzichteten aber darauf und nahmen mit der „Ich-schlaf- einfach-mal-auf-Deck-Variante“ vorlieb. Später waren wir froh, keine Privatkabine gebucht zu haben, denn die Matratze in der Privatkabine war dann doch etwas leicht versifft und keines Falls den Aufschlag wert.“

Als ich das Boot sah und wir eincheckten, musste ich zugegeben doch erst mal kurz schlucken und dachte: „oops! :o na das kann ja spannend werden…“

Komodo-010

Dann erfährst du noch so ganz nebenbei, dass genau so ein Boot vor ein paar Monaten gesunken ist und zwei Menschen ums Leben gekommen sind, das Boot keinen Funk an Board hat und es auch nicht genügend Rettungsboote für die Anzahl der Leute gibt. Man munkelt auch, dass die Haie zuerst einige Zeit um die zappelnden Touris im Wasser kreisten, ehe sie geschnappt haben – Warum? Ganz klar, ausgeschissen schmecken sie besser =))

Öhm… da dachte ich natürlich mal einen kurzen Moment darüber nach, ob ich den Trip nicht vielleicht doch besser stornieren sollte, da wir teilweise stundenlang übers offene Meer fahren, und das auch noch nachts! Ach was soll’s dachte ich, wenn wir unter gehen, dann haben die Fische wenigsten mal was g’scheites zum Essen – German-Sashimi oder so. :D

Der Countdown lief…. alle Mann an Board, in Summe 23 Personen zzgl. Crew. Ich war mit 45 Jahren der Zweitälteste. Nur Erik, ein lustiger, chilliger Schwede, der auch alleine auf Weltreise ist, war 57 Jahre jung. Das Durchschnittsalter der anderen hätte ich mal so auf knapp 30 geschätzt. =))

Ich übernahm natürlich gleich mal kurzer Hand das Steuer…
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Wie wir später feststellten, hatten sich die Meisten noch mit etwas „Gras“ aus Lombok oder den Gilis eingedeckt. Denn auch auf See gibt es natürlich keine Polisi, was zum Kiffen quasi einlädt. Es gab aber auch welche wie ich, die das unverantwortlich fanden und trotzdem keinen Ton sagten, wenn das Boot zeitweise qualmte, als hätte es Feuer gefangen. Oh weia, wenn da auf einmal eine „See-Polisi“ gekommen wäre, nicht auszudenken – mitgegangen, mitgefangen :o :(

Die täglichen Mahlzeiten wie Lunch und Dinner wurden immer auf dem Boden serviert. Da das Essen scheinbar genau kalkuliert war und somit für jeden nur eine bestimmte Ration zur Verfügung stand, entwickelte sich das Ganze ziemlich schnell original zur Raubtierfütterung. Hast du nämlich den Essensruf überhört oder bist nur 2 Minuten zu spät gekommen, war das was noch vom Essen übrig war, doch sehr überschaubar. :p

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Am Heck des Schiffes wurde für uns lecker gekocht…
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Auf dem Weg nach Komodo verweilten wir auf einer kleinen Insel, auf der wir einen schönen Wasserfall besichtigen konnten…

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…oder auch mal an wunderschönen Riffen oder Inseln zum Schnorcheln, wo wir eine unglaublich schöne Unterwasserwelt genießen konnten, die aus früheren Jahren aber teilweise durch die Dynamitfischerei beeinträchtigt war. Glücklicher Weise hat man diesen Wahnsinn längst erkannt und das gesamte Areal zum Naturschutzgebiet erklärt, sodass sich alles wieder langsam erholen kann.

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An dieser Stelle möchte ich gerne noch mal auf meine Reisepartnerin Kathrin zurückkommen, die in der Tat unglaubliche und lustige Geschichten von ihren Reisen zu erzählen weiß. Nun packe ich mal ein paar Geschichten aus, deren unmittelbarer Zeuge ich war:

Da schwappte z.B. auf einmal Kathrins Kaffeetasse über. An sich auf einem Boot mit Wellengang nichts Außergewöhnliches. Doch als ich dann die hübsche Italienerin Daniela beim Sonnenbaden auf dem Deck erblickte, musste ich mir vor lauten Feixen mal kräftig auf die Lippen beißen. Daniela hatte nämlich die volle Ladung abbekommen und war wirklich von oben bis unten total mit Kaffee vollgesaut.  =))

Eines Abends wollte Kathrin wieder schlafen gehen. Dazu musste sie auf’s überdachte Oberdeck, wo insgesamt 20 Personen schliefen. Um an ihren Schlafplatz zu kommen, der so ziemlich in der Mitte war, musste sie quasi erst mal über 7-8 Personen drüber krabbeln.Komodo-001

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Es war längst schon stockdunkel und Kathrin hatte eine Taschenlampe in der Hand, tastete sich vorsichtig voran und leuchtete auf dem Weg zum Schlafplatz einem bereits schlafenden Touri, der alles an Board irgendwie unverantwortlich fand, ausversehen voll ins Gesicht. flashlight Dieser muss natürlich sofort gedacht haben: „Jetzt isses soweit! Die Polisi macht eine Razzia und alle werden wir gleich verhaftet„. oncoming_police_car sos scream
Es war ihr natürlich mega peinlich, sodass sie die Taschenlampe auch sofort wieder aus seinem Gesicht nahm.

Doch wohin damit? Vor lauter Sorge, gleich noch den Nächsten mit ihrem Monsterstrahler aus dem Schlaf zu reißen, leuchtete sie nach oben… und zwar in ihr Gesicht! Dann dämmerte es ihr, dass der Geblendete jetzt plötzlich gut sehen konnte, wem er die nächtliche Verhöraktion zu verdanken hat und sie musste vor lauter Verlegenheit ganz fett grinsen. Du musst dich echt mal in seine Lage hineinversetzten! Ich schmeiß mich gleich noch mal weg… :)

Dann war da noch so ne Tante, die ebenfalls alles an Board unverantwortlich fand. Die bekam dann beim Sonnen durch den Fahrtwind auf einmal die Glut ihrer Zigarette in den Rücken und schrie laut „AUA!!!“ Sie wusste aber nicht, was da genau passiert war, drehte sich deshalb zu uns um und fragte uns: „Was war das denn???;) Kathrin und ich versuchten ihr darauf mind. 10 Minuten klar zu machen, dass es wohl ein Insekt gewesen sein muss… „Ehrlich?“ fragte sie uns ungläubig. „Na klar!“ sagte ich, ich hab das jetzt schon mehrfach gehört, dass es hier in Indonesien ganz fiese Insekten gibt honeybee deren Stich sich wie Feuer anfühlt. ;)

Ich glaube, so ganz hat sie uns die Geschichte irgendwie dann doch nicht abgekauft. =)) stuck_out_tongue_winking_eye

Weiter zu (19) Komodo – Teil 2

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 likes / Ein Kommentar
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  • Stubsi = Auch gerne Tüttel genannt** sagt:
    Herrlich, du bist in bester Gesellschaft :)

    Könnte mir die Schenkel klopfen :D

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