31
Aug-2014

(4) „Balinesisches Roulette“…

„Russisches Roulette“ kennt wohl Jeder aber was nur ist „Balinesisches Roulette“?

Antwort:
Man leihe sich einen Scooter (Roller 125 cm³) und erkunde die Umgebung :-)

Die Fakten:

Rollertyp:
Honda 125 cm³, Automatik, Höchstgeschwindigkeit 110 km/h
Immerhin hatte ich Glück und konnte mir einen nur 2 Monate alten Roller in technisch einwandfreiem Zustand leihen.

Bali015-Kuta

Kosten pro Tag:
~ 3 Euro

Versicherungsschutz:
Null! Fehlanzeige! Für 3 Euro/Tag wünscht einem der Vermieter max. „good luck“.
Auf Nachfrage beim Scootervermieter was wohl passieren würde wenn man einen Unfall hat, erzählte er mir (er muss früher wohl ein balinesischer Märchenerzähler gewesen sein), dass (egal wer Schuld hat) das größere Fahrzeug (sprich Auto, Bus oder LKW) immer den Schaden des kleineren Fahrzeugs bezahlen würde.. ist das nicht beruhigend?! Auf keinen Fall aber sollte man aber als Tourist die Polizei verständigen! Da hätte man von Haus aus gleich mal schlechte Karten, von der sprachlichen Verständigung mal ganz abgesehen – spannend!

Da fiel mir natürlich sofort mein einlaminierter Zettel ein, den ich mir für meine Reise extra gebastelt habe… „in emergency cases plase contact…“ der in meinem Reisepass klebt und sich natürlich im Rucksack in meinem Zimmer befindet… öhm…

Straßenverhältnisse:
Linksverkehr, unvorhersehbare Schlaglöcher, völlig irre Verkehrsteilnehmer, die meisten ebenfalls im Blindflug mit dem Roller unterwegs.

Unfallrisiko und Überlebenschance:
50/50

(Mein) Spaßfaktor auch nur max. nur 50 %
Es macht natürlich als geübter Kamikazefahrer schon mächtig Spaß, mit durchschnittlich 60 – 80 km/h durch die völlig verstopften Straßen zu heizen und nach Belieben links oder rechts zu überholen – aber nur solange nichts passiert! Der Tod fährt quasi immer mit. Ich bin mir nicht sicher, ob ich mir darüber vor 20 Jahren die gleichen Gedanken gemacht hätte – wohl eher nicht, sonst wären neben den „Locals“ auch nicht so viele junge Touris mit den Scootern unterwegs – Ich habe Freunde, die bei diesen Verkehrsbedingungen den Roller ganz einfach stehen lassen würden…

Die 3 wichtigsten „Don’ts“, wenn du dir einen fahrbaren Untersatz ausgeliehen hast:

  • Don´t drive after dark!!!
  • Don´t drink and drive
  • Don’t forget your international driving license

Natürlich gibt es auch Verkehrsregeln… aber nur theoretisch ;-)
Schaltet die Ampel auf grün, kommt man sich vor wie beim Start eines Motorradrennens. Man versucht schon vorher die beste Startposition zu ergattern, um der Meute hinter einem aus Sicherheitsgründen möglichst schnell zu entwischen.

Bali029-Ubud

Wenn es die Situation hergibt, überholt man während der Fahrt dann auch gerne mal  auf dem linken Gehweg und hupt die Zwei- und Vierbeiner zur Seite, die da planlos im Weg rumstehen – alles ganz normal.
OMG, ich bin tatsächlich wieder heil zurück im Guesthouse angekommen – wie ich das nur geschafft habe?!!

Im Reiseführer wird einem geraten, möglichst defensiv zu fahren. Diesen Ratschlag kann ich ungeübten Zweiradfahrern/-innen nur wärmstens ans Herz legen. Man muss dann aber für die gleiche Strecke mind. die doppelte Zeit einplanen. Ungeübten oder nicht wagemutigen Fahrern würde ich sogar in Gänze davon abraten sich einen Roller zu leihen, stattdessen lieber ein Auto mit Fahrer, wobei ich schon gehört habe, dass manche Fahrer auch nicht sehr an Ihrem Leben hängen.

Vielleicht ist das „scootern“ in anderen Regionen Balis ja entspannter? mal schauen… Im Süden Balis jedenfalls (vorwiegend in den Touristenhochburgen Kuta und Umgebung) werde auch ich mir nach meiner heutigen Entdeckungstour ganz sicher überlegen, ob ich mir noch mal so ein Teil ausleihe!

Dennoch hat es sich für mich gelohnt. Ich fuhr heute ca. 150 km und konnte mir für meine weitere Reiseplanung einen Eindruck verschaffen, wohin es nun von Sanur aus weitergehen soll.

Nach Kuta, Legian und Seminyak mal sicher nicht! Diese Ortschaften sind in den letzten Jahren original zum „Ballermann“ von Bali mutiert – und das ist nicht (mehr) meins!
Alle drei Ortschaften sind durch einen wunderschönen kilometerlangen Strand verbunden sind, der für Surfer wohl ein kleines Mekka sein soll. Zum Schwimmen ist es aber aufgrund der hohen Wellen und Strömungen eher ungeeignet bis sehr gefährlich. Trotz Ballermann-feeling verteilen sich die liegenden „Brathähnchen“ am Strand weitläufig, Es vergeht jedoch fast keine Minute, nicht von irgendeinem umherziehenden „Local“ angesprochen zu werden, der seine Ware wie z.B. Coconut, Isomatte, Massage, Blasrohr, privater Surfcrashkurs, etc.  unbedingt an den Mann bringen will – da stehe ich ja voll drauf, nervt natürlich ohne Ende!

Bali022-Kuta

Surfing on Kuta-Beach

Bali021-Kuta

Eine Mangoverkäuferin herself

Bali020-Kuta

Fährt man ein bisschen ins Landesinnere, schaut die Landschaft schon anders aus…

Bali024-Tanah Lot

Eine Wiese voller…..?

Bali023-Tanah Lot

Mik´s erste Begegnung mit einem Policeman beim Tempel von „Tanah Lot“ an dem ich zufällig vorbeigekommen bin. Er wollte aber nur ein Foto mit mir nachdem er mir zum Fußball-WM-Titel gratulierte – noch mal Glück gehabt :-)

Bali025-Tanah Lot

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